Ablauf einer Mediation: Was in den Sitzungen passiert und wie Sie sich vorbereiten

Viele Menschen sagen eine Mediation ab, bevor sie begonnen hat, weil sie nicht wissen, was sie im ersten Termin erwartet. Dieser Beitrag zeigt, wie eine Mediation bei uns in Konstanz abläuft, was Sie mitbringen sollten und woran Sie merken, dass sie nicht der richtige Weg ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Mediation läuft in mehreren Phasen ab: Klärung des Auftrags, Sammeln der Themen, Herausarbeiten der Interessen, Suche nach Lösungen, schriftliche Vereinbarung.
  • Die Teilnahme ist freiwillig. Jede Seite kann die Mediation jederzeit beenden.
  • Der Mediator entscheidet nichts und berät keine Seite. Er ist zur Verschwiegenheit verpflichtet.
  • Die Zahl der Sitzungen hängt vom Konflikt ab. Die Kosten werden vorher vereinbart und meist geteilt.
  • Damit das Ergebnis hält, muss es in die richtige Form gebracht werden, manchmal beim Notar.

Sie möchten wissen, ob eine Mediation in Ihrem Fall passt? Rufen Sie uns an: 07531 917791.

Vor dem ersten Termin: das Vorgespräch

Der Ablauf einer Mediation beginnt nicht mit der ersten gemeinsamen Sitzung, sondern mit einer Klärung. Wer sich bei uns meldet, wird zuerst gefragt, worum es geht, wer beteiligt ist und ob die andere Seite grundsätzlich bereit ist, sich an einen Tisch zu setzen.

In diesem Schritt geht es um drei Fragen:

  • Ist der Konflikt für eine Mediation geeignet, oder braucht es eine gerichtliche Entscheidung?
  • Gibt es Fristen, die während der Mediation weiterlaufen?
  • Wer ist beteiligt? Bei einer Erbengemeinschaft sind das oft mehr Personen als zunächst gedacht.

Mediation passt nicht zu jedem Konflikt. Wenn eine Seite den Streit nur in die Länge ziehen will oder wenn Gewalt im Spiel war, ist ein anderer Weg sicherer. Das sagen wir Ihnen in diesem Gespräch offen.

Die Phasen einer Mediation

Die meisten Mediationen folgen einem Ablauf in fünf Phasen. Er ist kein starres Schema, gibt dem Gespräch aber eine Richtung.

  1. Auftrag und Regeln. Alle Beteiligten klären, was das Ziel ist, wie die Gespräche ablaufen und wie mit Vertraulichkeit und Kosten umgegangen wird. Das wird in einer Mediationsvereinbarung festgehalten.
  2. Themen sammeln. Jede Seite sagt, was geklärt werden muss. Bei einer Trennung sind das oft Wohnung, Unterhalt, Kinder und Vermögen.
  3. Interessen herausarbeiten. Hier geht es nicht darum, wer recht hat, sondern was jede Seite wirklich braucht. Hinter der Forderung nach dem Haus steht vielleicht der Wunsch, dass die Kinder ihre Schule behalten.
  4. Lösungen entwickeln. Erst wenn die Interessen auf dem Tisch liegen, werden Optionen gesammelt und bewertet.
  5. Vereinbarung. Das Ergebnis wird schriftlich festgehalten und, wo nötig, in eine rechtlich verbindliche Form gebracht.

Was der Mediator tut und was nicht

Der Mediator führt durch das Gespräch. Er achtet darauf, dass beide Seiten zu Wort kommen, fasst zusammen, fragt nach und hält Zwischenergebnisse fest. Nach dem Mediationsgesetz ist er unabhängig und neutral und zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Was er nicht tut:

  • Er entscheidet nicht, wer im Recht ist.
  • Er macht keinen eigenen Lösungsvorschlag. Das unterscheidet die Mediation von der Schlichtung.
  • Er berät keine Seite rechtlich, auch wenn er wie bei uns selbst Rechtsanwalt ist.

Deshalb empfehlen wir, eine Abschlussvereinbarung vor der Unterschrift von einer eigenen Anwältin oder einem eigenen Anwalt prüfen zu lassen. Der Mediator weist auf diese Möglichkeit ausdrücklich hin.

Jeder Konflikt ist anders. Lassen Sie uns gemeinsam einschätzen, ob eine Mediation passt: 07531 917791.

So bereiten Sie sich auf die erste Sitzung vor

  1. Themen aufschreiben. Notieren Sie, was aus Ihrer Sicht geklärt werden muss, ohne schon Lösungen festzulegen.
  2. Unterlagen bereitlegen. Je nach Konflikt sind das Einkommensnachweise, Kontoauszüge, Grundbuchauszug, Testament oder Gesellschaftsvertrag.
  3. Eigene Interessen klären. Fragen Sie sich, was Ihnen wirklich wichtig ist und worauf Sie verzichten könnten.
  4. Rechtliche Ausgangslage kennen. Eine kurze anwaltliche Beratung vorab hilft, Angebote später realistisch einzuordnen.
  5. Zeit einplanen. Planen Sie für die Sitzung ausreichend Zeit ein und danach etwas Ruhe.

Wie die Einigung verbindlich wird

Am Ende steht eine schriftliche Abschlussvereinbarung. Ob sie später trägt, hängt von der Form ab. Einige Vereinbarungen sind ohne Notar oder Gericht unwirksam:

  • Vereinbarungen über den Versorgungsausgleich vor Rechtskraft der Scheidung,
  • Vereinbarungen über nachehelichen Unterhalt und Zugewinn vor Rechtskraft der Scheidung,
  • die Übertragung von Grundstücken und GmbH-Anteilen.

Soll eine Zahlung notfalls vollstreckt werden können, braucht es einen vollstreckbaren Titel, etwa eine notarielle Urkunde. Kindesunterhalt lässt sich beim Jugendamt beurkunden. Was in Ihrem Fall nötig ist, klären wir vor der Unterschrift. Mehr zu unseren Mediationsfeldern lesen Sie auf der Seite Mediation in Konstanz.

Häufige Fragen

Wie viele Sitzungen braucht eine Mediation?

Das hängt vom Konflikt ab. Eine überschaubare Frage lässt sich manchmal in wenigen Sitzungen klären, eine Trennung mit Kindern, Haus und Unterhalt braucht mehr Zeit. Wie viele Termine voraussichtlich nötig sind, schätzen wir im Vorgespräch ein.

Muss die andere Seite einverstanden sein?

Ja. Mediation ist freiwillig, alle Beteiligten müssen zustimmen. Zwingen kann sie niemand. Oft hilft es aber, wenn die andere Seite vorab erfährt, wie eine Mediation abläuft.

Kann ich die Mediation abbrechen?

Ja, jederzeit und ohne Begründung. Danach stehen alle rechtlichen Wege offen. Was in der Mediation besprochen wurde, bleibt beim Mediator vertraulich.

Kann die Mediation auch online stattfinden?

Ja. Die Mediation ist persönlich in Konstanz oder bei Bedarf digital möglich. Das hilft vor allem, wenn die Beteiligten weit voneinander entfernt wohnen, etwa auf beiden Seiten der Grenze zur Schweiz.

Wer zahlt die Mediation?

Die Kosten werden vor Beginn vereinbart, meist als Stundensatz oder Pauschale je Sitzung. Üblich ist, dass die Beteiligten sie zu gleichen Teilen tragen. Eine andere Aufteilung kann in der Mediationsvereinbarung festgelegt werden.

Wo finde ich einen Mediator in Konstanz?

Mykola Neumann und Thurid Neumann sind Rechtsanwälte und ausgebildete Mediatoren in Konstanz. Sie begleiten Mediationen bei Trennung und Scheidung, in Erbengemeinschaften und zwischen Gesellschaftern.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Für eine verbindliche Einschätzung Ihres Falls wenden Sie sich an die Kanzlei Neumann & Neumann.

Zuletzt aktualisiert am 8. Oktober 2026

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Mykola Neumann

Fachanwalt für Familienrecht und Fachanwalt für Erbrecht, Mediator, CP-Anwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker bei Neumann & Neumann Rechtsanwälte in Konstanz.

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